
Willst du in die Cybersecurity einsteigen, sind Zertifizierungen oft wertvoller als ein klassisches Studium. Sie beweisen Arbeitgebern konkret, dass du praktische Fähigkeiten besitzt, die im Job zählen. Die gute Nachricht: Viele dieser Zertifikate kannst du dir in wenigen Monaten erarbeiten, auch ohne IT-Studium oder technischen Hintergrund. Hier sind die 6 besten Cybersecurity-Zertifizierungen für Anfänger*innen im Überblick.
Vergleichstabelle: Zertifizierungen auf einen Blick
| Zertifizierung | Anbieter | Kosten | Schwierigkeit | Lernzeit | Beste für |
|---|---|---|---|---|---|
| CompTIA Security+ | CompTIA | ca. 350 EUR | Einsteiger/Mittel | 2-3 Monate | SOC, IT Security |
| ISC2 CC | ISC2 | Kostenlos (Prüfung: ca. 200 USD) | Einsteiger | 1-2 Monate | Alle Einstiegsrollen |
| Google Cybersecurity Certificate | Google/Coursera | ca. 50 EUR/Monat | Einsteiger | 3-6 Monate | Absolute Anfänger |
| CEH | EC-Council | ca. 950 EUR | Mittel | 3-4 Monate | Penetration Testing |
| CompTIA CySA+ | CompTIA | ca. 350 EUR | Mittel | 3-4 Monate | SOC-Analyst |
| BTL1 (Blue Team Level 1) | Security Blue Team | ca. 350 GBP | Einsteiger/Mittel | 2-3 Monate | Defensive Security |
Warum Zertifizierungen für Anfänger*innen wichtiger sind als ein Studium
Was Arbeitgeber in Deutschland und weltweit 2026 suchen
Viele Unternehmen suchen heute keine Bewerber*innen mit Uniabschluss, sondern Fachkräfte, die konkret nachweisen können, dass sie IT-Sicherheitskonzepte verstehen und anwenden können. Zertifizierungen wie CompTIA Security+ oder ISC2 CC sind international anerkannt, klar definiert und überprüfbar. Arbeitgeber können in Sekundenschnelle prüfen, ob ein Zertifikat gültig und echt ist.
In Stellenanzeigen für SOC-Analysten, IT-Sicherheitsbeauftragte und Penetration Tester findest du CompTIA Security+ und ähnliche Zertifikate inzwischen häufig als Pflichtanforderung. Wer diese Zertifizierungen mitbringt, hat einen entscheidenden Vorteil im Bewerbungsprozess, unabhängig davon, ob er/sie Quereinsteigende*r ist oder bereits IT-Erfahrung hat.
Gehaltsunterschied: Zertifizierte vs. nicht-zertifizierte Einsteigende
Studien zeigen, dass zertifizierte Einsteigende im Cybersecurity-Bereich durchschnittlich 10 bis 20 Prozent mehr verdienen als Bewerbende ohne Zertifikat. Der Unterschied wird mit der Karriere noch deutlicher: Wer langfristig Zertifizierungen wie CISSP oder CISM erwirbt, kann sein Einstiegsgehalt über die Jahre hinweg verdoppeln.
In Deutschland liegen Einstiegsgehälter für SOC-Analysten ohne Zertifizierung oft zwischen 35.000 und 42.000 EUR pro Jahr. Mit einem nachgewiesenen Security+ oder CySA+ startest du häufig direkt auf einem höheren Level, zwischen 45.000 und 60.000 EUR.
Die 6 besten Cybersecurity-Zertifizierungen für Anfänger*innen
1. CompTIA Security+ (SY0-701): Der Branchenstandard
Das CompTIA Security+ ist die meistverbreitete Einstiegszertifizierung in der Cybersecurity weltweit. Sie ist vendor-neutral, also nicht auf ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen ausgerichtet, und vom US-Verteidigungsministerium (DoD 8140/8570) anerkannt. Das macht sie international besonders wertvoll.
Die Prüfungsgebühr liegt bei etwa 350 EUR. Die Vorbereitungszeit beträgt realistisch 2 bis 3 Monate bei regelmäßigem Lernen. Die Zertifizierung deckt Themen wie Netzwerksicherheit, Verschlüsselung, Bedrohungsanalyse und Incident Response ab. Security+ ist auch Bestandteil des Cybersteps-Programms und wird dort strukturiert vorbereitet.
- Kosten: ca. 350 EUR Prüfungsgebühr
- Lernzeit: 2-3 Monate
- Am besten geeignet für: SOC-Analyst, IT Security Specialist
- Besonderheit: DoD-anerkannt, weltweit akzeptiert
2. ISC2 Certified in Cybersecurity (CC): Kostenlos absolvierbar
Die ISC2-Zertifizierung „Certified in Cybersecurity“ (CC) ist ein idealer Einstiegspunkt für absolute Anfänger*innen. Im Rahmen des „One Million Certified in Cybersecurity“-Programms (1MCC) bietet ISC2 das Kursmaterial kostenlos an. Die Prüfungsgebühr liegt bei etwa 200 USD.
Das CC-Zertifikat behandelt grundlegende Sicherheitskonzepte wie Zugangskontrolle, Netzwerksicherheit und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Wer noch keine IT-Erfahrung hat, kann hier ohne finanzielle Hürden testen, ob das Thema das Richtige ist. Als nächsten Schritt empfiehlt sich anschliessend der Wechsel zu CompTIA Security+.
- Kosten: Kostenloses Lernmaterial, Prüfung ca. 200 USD
- Lernzeit: 1-2 Monate
- Am besten geeignet für: alle Einstiegsrollen
- Besonderheit: Einer der wenigen kostenfreien Einstiegswege
3. Google Cybersecurity Certificate: Ideal für absolute Anfänger*innen
Das Google Cybersecurity Certificate über Coursera richtet sich an Personen ganz ohne Vorkenntnisse. Du zahlst etwa 50 EUR pro Monat und schließt den Kurs bei etwa 10 Stunden pro Woche in drei bis sechs Monaten ab. Google hat dieses Zertifikat in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie IBM und Palo Alto Networks entwickelt.
Es ist leichter als das CompTIA Security+ und vermittelt eher einen breiten Überblick über Cybersicherheitskonzepte. Für den Einstieg in erste Juniorstellen ist es akzeptiert, aber viele Arbeitgeber bevorzugen das Security+ als Nachweis tiefgreifender Fähigkeiten. Es eignet sich gut als Ergänzung oder Einstieg vor dem Security+.
- Kosten: ca. 50 EUR/Monat über Coursera
- Lernzeit: 3-6 Monate (bei 10 h/Woche)
- Am besten geeignet für: Absolute Anfänger*innen ohne IT-Hintergrund
- Besonderheit: Kein Vorwissen notwendig
4. Certified Ethical Hacker (CEH): Für angehende Pentester
Der Certified Ethical Hacker (CEH) vom EC-Council ist eine der bekanntesten Zertifizierungen für den Bereich Penetration Testing und Offensive Security. Er vermittelt die Methoden, Techniken und Werkzeuge, die Angreifer verwenden, damit du als Sicherheitsexpert*in dieselbe Denkweise entwickelst.
Mit etwa 950 EUR ist die Prüfungsgebühr deutlich höher als bei CompTIA-Zertifikaten. Die Vorbereitungszeit liegt bei 3 bis 4 Monaten. Der CEH ist eher theoretisch ausgerichtet als praxisorientierte Alternativen wie der OSCP, dennoch ist er bei Arbeitgebern gut anerkannt. Er eignet sich am besten, wenn du dich auf Pentesting oder Red Teaming spezialisieren möchtest.
- Kosten: ca. 950 EUR
- Lernzeit: 3-4 Monate
- Am besten geeignet für: Angehende Penetration Tester, Red Team
- Besonderheit: Breite Marktbekanntheit, methodischer Ansatz
5. CompTIA CySA+: Für SOC-Analysten
Das CompTIA CySA+ ist die natürliche Weiterentwicklung nach dem Security+. Es richtet sich an Personen, die sich auf Bedrohungsanalyse, Sicherheitsoperationen und Incident Response spezialisieren möchten. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit in einem Security Operations Center (SOC).
Inhalte umfassen SIEM-Systeme, Bedrohungserkennung, Schwachstellenmanagement und die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Mit etwa 350 EUR Prüfungsgebühr und einer Vorbereitungszeit von 3 bis 4 Monaten ist es eine solide Investition für alle, die als SOC-Analyst L2 oder in ähnlichen Rollen arbeiten möchten.
- Kosten: ca. 350 EUR
- Lernzeit: 3-4 Monate
- Am besten geeignet für: SOC-Analyst, Threat Intelligence
- Besonderheit: Ideale Erweiterung nach CompTIA Security+
6. Blue Team Level 1 (BTL1): Für praxisorientierte Verteidiger
Das BTL1 (Blue Team Level 1) von Security Blue Team ist eine der praxisnahsten Zertifizierungen für defensive Sicherheit. Statt Multiple-Choice-Fragen löst du echte Sicherheitsvorfälle in einer simulierten Umgebung. Das macht das Zertifikat bei Arbeitgebern besonders glaubwürdig.
Inhalte umfassen SIEM, Incident Response, Log-Analyse, Phishing-Analyse und digitale Forensik. Mit etwa 350 GBP Prüfungsgebühr und einer Vorbereitungszeit von 2 bis 3 Monaten ist es erschwinglich und praxisnah. Die Anerkennung wächst: Immer mehr deutsche Unternehmen suchen gezielt nach BTL1-Inhabern.
- Kosten: ca. 350 GBP
- Lernzeit: 2-3 Monate
- Am besten geeignet für: Defensive Security, SOC, Blue Team
- Besonderheit: 100% praxisbasierte Prüfung mit realen Szenarien
So wählst du die richtige Zertifizierung für deinen Karriereweg
Wenn du SOC-Analyst werden willst
Starte mit dem ISC2 CC oder direkt mit dem CompTIA Security+. Nach dem Security+ empfiehlt sich das CySA+, da es gezielt SOC-Kompetenzen aufbaut. Ergänze dein Profil mit dem BTL1 für maximale Praxisorientierung. Diese Kombination positioniert dich stark für SOC-Analyst-Stellen auf L1- und L2-Niveau.
Wenn du Penetration Tester werden willst
Beginne mit dem CompTIA Security+ für das notwendige Grundlagenwissen. Danach steig mit dem CEH in die offensive Sicherheit ein. Wenn du tief in das Thema einsteigen willst, ist der OSCP (Offensive Security Certified Professional) der Goldstandard. Für den Einstieg eignet sich auch der eJPT (eLearnSecurity Junior Penetration Tester) als günstiger Zwischenschritt.
Wenn du GRC- oder Compliance-Rollen anstrebst
Starte mit CompTIA Security+ für das technische Grundlagenwissen. Ergänze dies mit der SC-900 (Microsoft Security, Compliance, and Identity Fundamentals) für Cloud- und Compliance-Kenntnisse. Langfristig lohnt sich die ISO/IEC 27001 Lead Implementer Zertifizierung für Führungs- und Beratungsrollen im GRC-Bereich.
Zertifizierungs-Roadmap: In welcher Reihenfolge sollten Anfänger*innen vorgehen?
Viele Einsteigende machen den Fehler, sofort mit einer zu schwierigen Zertifizierung zu beginnen. Eine strukturierte Reihenfolge ist entscheidend für deinen Erfolg:
Schritt 1: Einstieg mit ISC2 CC oder Google Cybersecurity Certificate. Beide sind günstig oder kostenlos und vermitteln Grundlagenwissen ohne Überforderung.
Schritt 2: CompTIA Security+. Das ist der universelle Türöffner im Cybersecurity-Markt. Es eröffnet dir deutlich mehr Stellenangebote und ist Voraussetzung für viele Folge-Zertifizierungen.
Schritt 3: Spezialisierung je nach Karriereziel. Für defensive Security: CySA+ und/oder BTL1. Für Offensive Security: CEH, dann eJPT, dann OSCP. Für GRC und Cloud: SC-900, Microsoft AZ-900, dann ISO/IEC 27001.
Tipp: Die Microsoft SC-900 ist kostengünstig, schnell zu absolvieren und ein gutes Ergänzungszertifikat für alle, die im GRC- oder Cloud-Security-Bereich starten möchten.
Welche Cybersecurity-Zertifizierung ist die beste für Einsteiger*innen?
CompTIA Security+ ist der Industriestandard und wird von den meisten Arbeitgebern weltweit verlangt oder bevorzugt. Wer ein absoluter Anfänger ist und erst testen möchte, ob Cybersecurity das Richtige ist, sollte mit dem ISC2 CC beginnen, da das Lernmaterial kostenlos verfügbar ist. Beide Zertifikate ergänzen sich ideal und können in unter sechs Monaten kombiniert werden.
Wie lange dauert es, eine Cybersecurity-Zertifizierung zu bekommen?
Die Dauer hängt stark von der jeweiligen Zertifizierung und deiner Lernintensität ab. Für das ISC2 CC reichen oft 4 bis 6 Wochen. Das CompTIA Security+ benötigt realistisch 2 bis 3 Monate bei regelmäßigem Lernen. Intensivere Zertifizierungen wie der CEH oder CySA+ erfordern 3 bis 4 Monate Vorbereitung. In einem strukturierten Programm wie dem von Cybersteps werden mehrere Zertifikate parallel vorbereitet, was die Gesamtzeit deutlich verkürzt.
Lohnen sich Cybersecurity-Zertifizierungen 2026?
Ja, eindeutig. Der Fachkräftemangel in der Cybersecurity ist in Deutschland und weltweit weiterhin enorm. Unternehmen können offene Stellen nicht besetzen und suchen gezielt nach nachgewiesenen Qualifikationen. Zertifizierungen sind der schnellste und direkteste Weg, diese Qualifikationen zu belegen, besonders für Quereinsteigende ohne IT-Studium. Im Vergleich zu einem mehrjährigen Studium bieten Zertifizierungen einen deutlich besseren Return on Investment in kürzerer Zeit.
Fazit
Cybersecurity-Zertifizierungen sind 2026 dein bestes Werkzeug für einen erfolgreichen Karriereeinstieg. Egal, ob du Quereinsteiger*in bist oder bereits IT-Hintergrund mitbringst: Mit dem richtigen Zertifikat öffnest du Türen zu gut bezahlten, gefragten Rollen in der IT-Sicherheit.
Das Cybersteps-Programm bereitet dich gezielt auf mehrere Zertifizierungen vor, darunter CompTIA Security+, CompTIA Tech+, Microsoft AZ-900, SC-900 und den IHK Cyber Security Advisor. Weitere Details zu allen Zertifizierungen findest du in der Zertifizierungsübersicht. Alles über den Aufbau des Programms findest du auf der Cybersteps Cybersecurity Weiterbildungsseite.
CEO & Mitbegründer von Cybersteps
Aviram Rispler ist ein Cybersicherheitsexperte mit über 10 Jahren Erfahrung in Schulung und Führung. Aviram ist spezialisiert auf Cloud- und Netzwerksicherheit und hat weltweit mehrere Schulungsprogramme für Berufseinsteiger*innen im Bereich Cybersicherheit geleitet.
Bereit für eine Karriere in der Cybersicherheit?





