Cyber-Interview: Stefan Pezulat, Geschäftsführer Cybersteps

Lern Stefan Pezulat, General Manager bei Cybersteps, kennen, der persönliche Einblicke aus über einem Jahrzehnt Erfahrung im öffentlich geförderten Bildungsbereich teilt.

1. Was war dein Weg vor Cybersteps?

Über ein Jahrzehnt lang war ich bei der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland tätig, im Jobcenter in Berlin. Täglich unterstützte ich Menschen in herausfordernden Lebenssituationen: bei der Rückkehr ins Arbeitsleben, einem Berufs- oder kompletten Neuanfang. Diese Arbeit war sinnvoll, denn im Kern ging es immer darum, neue Perspektiven zu schaffen und Menschen dabei zu helfen, ihr Leben zu verbessern.

Und doch begann ich irgendwann, meine eigene Perspektive zu reflektieren. Ich wollte etwas Neues lernen, mich weiterentwickeln, neue Verantwortung übernehmen – nicht später, nicht „irgendwann“, sondern jetzt. Also wagte ich den Sprung, verließ den öffentlichen Sektor und wechselte zu einem globalen Bildungsunternehmen.

Meine erste Rolle im Bereich der Tech-Bildung war die Leitung des Berliner Campus. In dieser Rolle wurde mir noch klarer, wie viele Möglichkeiten die digitale Welt für Quereinsteigende bereithält – wenn sie die richtige Unterstützung erhalten.

Als Aviram und Roman, die Gründer von Cybersteps, auf mich zukamen, wurde schnell klar: Das war das nächste Kapitel in meiner Karriere. Was mir am besten gefiel, war, dass Cybersteps von echten Cybersicherheitsexperten mit jahrelanger praktischer Erfahrung geführt wird. Es ist kein Allround-Bildungsanbieter, sondern ein fokussiertes Team, das sich einem einzigen, kritischen Bereich widmet – einem, der für viele immer noch unerreichbar erscheint.

Was mich am meisten überzeugte, ist: Bei Cybersteps geht es nicht nur um Wissensvermittlung. Es geht darum, Menschen zu helfen, sinnvolle Karrieren aufzubauen und in den Arbeitsmarkt einzusteigen. In gewisser Weise mache ich immer noch das, was ich schon immer getan habe: Menschen dabei helfen, neue Karrierewege zu finden. Nur jetzt mit einem anderen Ansatz und einem klaren Ziel: Cybersicherheit für jeden zugänglich zu machen, der bereit ist, die Herausforderung und die Chance anzunehmen.

2. Warum Cybersteps?

Wenn mich Leute fragen, warum ich bei Cybersteps gelandet bin, ist meine Antwort oft einfacher, als sie erwarten: Weil ich wirklich davon überzeugt bin, dass Cybersicherheit eines der realistischsten und zukunftssichersten Berufsfelder für Quereinsteigende in Deutschland ist.

Ich sage das nicht als Tech-Enthusiast, sondern als jemand, der über zehn Jahre lang in verschiedenen Rollen „im System“ gearbeitet hat, stets mit dem Ziel, Menschen zurück in den Beruf zu helfen oder ihnen eine neue berufliche Richtung aufzuzeigen. In dieser Zeit habe ich gesehen, wie stark der Wunsch nach Veränderung ist und wie schwierig es für Quereinsteigende sein kann, den „richtigen“ neuen Weg zu finden.

Viele möchten alte oder unsichere Berufe hinter sich lassen, doch ein langes Universitätsstudium oder eine klassische Ausbildung ist für viele Menschen einfach nicht realistisch. Gleichzeitig ist das Wissen über neue und schnell wachsende Bereiche wie die Cybersicherheit sowohl bei Arbeitssuchenden als auch innerhalb des Systems oft begrenzt.

Hier sehe ich den wahren Wert von Cybersteps.

Wir sind nicht nur ein weiterer Bildungsanbieter – wir sind ein spezialisiertes Unternehmen, das sich ganz auf Cybersicherheit konzentriert, mit einer klaren Mission: Menschen mit offenen Stellen in diesem Bereich zusammenzubringen.

Eine Sache, die ich aus meiner Zeit im öffentlichen System mitgenommen habe:

Viele Weiterbildungsprogramme scheitern, weil sie zu allgemein sind. Sie bewegen sich in einer theoretischen Blase, losgelöst vom tatsächlichen Arbeitsmarkt. Manche bieten nur interne Zertifikate an, die später kaum Gewicht haben. Andere wecken Hoffnungen, die sie nicht erfüllen können. Das führt zu Frustration – sowohl bei den Teilnehmenden als auch bei den unterstützenden Agenturen.

Cybersteps geht einen anderen Weg.

Wir machen keine falschen Versprechungen über garantierte Arbeitsplätze, aber wir tun alles Mögliche, um unsere Teilnehmenden mit Qualifikationen vorzubereiten, die wirklich gefragt sind. Wir sehen uns nicht nur als Bildungsanbieter, sondern als Partner in einer echten Transformation.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es im Alltag öffentlicher Einrichtungen sein kann, schnelle Entscheidungen über den zukünftigen Ausbildungsweg einer Person zu treffen. Wenn man für Hunderte von Menschen verantwortlich ist, kann man unmöglich jedes Berufsfeld im Detail kennen.

Deshalb brauchen wir Anbieter, die Klarheit bieten und Vertrauen schaffen.

Dafür ist Cybersteps da: um Orientierung zu bieten. Für Menschen, die eine Veränderung suchen, und für diejenigen, die ihnen dabei helfen.

3. Warum Cybersicherheit für Quereinsteigende relevant ist

Cybersicherheit ist kein Nischenthema mehr. Sie ist eine Branche im rasanten Wachstum.

Der Fachkräftemangel in der IT-Sicherheit ist nicht nur erheblich, sondern nimmt stetig zu. Allein in Deutschland schätzen Branchenberichte, dass Zehntausende von Cybersicherheitsexpert*innen aktuell in allen Sektoren benötigt werden, vom Mittelstand bis zur kritischen Infrastruktur. Und mit der fortschreitenden Digitalisierung, Remote-Arbeit und KI-Anwendungen wird die Nachfrage in den kommenden Jahren nur weiter steigen.

Für viele Arbeitssuchende stellt dies eine echte Chance dar – insbesondere für Quereinsteigende.

Theoretisch mag der Einstieg in die Cybersicherheit einfach klingen, und tatsächlich braucht man keinen Hochschulabschluss, um in diesem Bereich zu starten. Was man jedoch braucht, ist Neugier, Beharrlichkeit und die Bereitschaft, sich in ein neues Thema zu vertiefen. Und genau das bringen viele Menschen mit einem Hintergrund bei der AfA oder dem Jobcenter bereits mit:

  • Sie verfügen oft über Lebenserfahrung, Resilienz und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein.
  • Viele haben in früheren Jobs mit sensiblen Informationen gearbeitet, sodass das Konzept der „Sicherheit“ ihnen nicht fremd ist.
  • Und am wichtigsten: Sie sind motiviert, sich beruflich neu zu erfinden – was ein echter Vorteil in der Welt der Cybersicherheit ist.

Häufige Missverständnisse halten Menschen oft davon ab, in dieses Feld einzusteigen.

„Ich muss programmieren können“, „Das ist nur für Mathe-Genies“, „Das ist viel zu technisch für mich“ – diese Aussagen hören wir ständig. Aber die Wahrheit ist: Cybersicherheit ist ein weites Feld. Ja, es gibt technische Rollen, aber es gibt auch viele Positionen, in denen analytisches Denken, Struktur, Kommunikation und Detailgenauigkeit viel wichtiger sind.

Genau hier kommt Cybersteps ins Spiel.

Wir unterstützen Menschen, die ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen wollen, indem wir einen realistischen, modernen Einstieg in den Arbeitsmarkt für Cybersicherheit bieten.

4. Welche Tools & Wege stehen Arbeitssuchenden zur Verfügung?

Für Arbeitssuchende, die sich beruflich neu orientieren möchten, ist der Bildungsgutschein das wichtigste Instrument. Er ermöglicht eine zu 100 % staatlich geförderte Weiterbildung, zum Beispiel in einem Bereich wie der Cybersicherheit.

Schritt eins: Den richtigen Kurs finden.

Die Suche kann über Plattformen wie meinnow.de (ehemals KURSNET) erfolgen, wo zertifizierte Weiterbildungsprogramme nach AZAV gelistet sind – einschließlich unseres Programms bei Cybersteps.

Schau dir unseren Blogbeitrag zum Bildungsgutschein an, wenn du ein tieferes Verständnis des Prozesses wünschst.

Wo liegen die Stolpersteine?

In der Praxis sind es oft die Beratungsgespräche, die über Erfolg oder Misserfolg des Prozesses entscheiden.

Bewerbende müssen kurz und prägnant erklären, warum ein Cybersicherheitskurs ein realistischer Weg für sie ist. Und sie sprechen oft mit Sachbearbeitenden, die jede Woche Hunderte von Entscheidungen treffen müssen und nicht in jedem Bereich Expert*innen sein können.

Genau hier unterstützt Cybersteps aktiv.

  • Wir bieten Vorab-Beratung,
  • Erstellen maßgeschneiderte Unterlagen,
  • Und begleiten unsere Bewerbenden durch den gesamten Bildungsgutschein-Prozess, einschließlich einer personalisierten Vorbereitung auf ihre Termine beim Jobcenter oder der AfA.

Was können Sachbearbeitende tun?

Ganz ehrlich: Kommunikation ist der Schlüssel.

Wenn es Fragen zu unserem Programm gibt, genügen oft eine kurze E-Mail oder ein Anruf. Wir teilen gerne detaillierte Informationen zu Kursinhalten, Berufsaussichten oder Zugangsvoraussetzungen. Wir verstehen, wie intensiv die Arbeitslast innerhalb des Systems ist, deshalb setzen wir auf volle Transparenz, um fundierte Entscheidungen zu erleichtern.

Manchmal genügt eine kurze Kontaktaufnahme, um jemanden wieder auf den richtigen Weg zu bringen, bevor er sich erneut im System „verliert“. Wir verstehen uns nicht nur als Bildungsanbieter, sondern auch als Partner, insbesondere für die Fachkräfte in Jobcentern und Arbeitsagenturen.

5. Jobcenter vs. AfA – Was ist der Unterschied?

Auf den ersten Blick ähneln sich Jobcenter und die Agentur für Arbeit (AfA) sehr – beide unterstützen Menschen bei der Jobsuche und können Bildungsgutscheine ausstellen. Es gibt jedoch klare Zuständigkeitsunterschiede:

  • Agentur für Arbeit (AfA): Zuständig für Personen, die Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehen – typischerweise für diejenigen, die kürzlich nach einer regulären Beschäftigung ihren Arbeitsplatz verloren haben.
  • Jobcenter (JC): Zuständig für Personen, die Bürgergeld (ehemals ALG II) beziehen – in der Regel für Langzeitarbeitslose oder Personen, die keinen Anspruch mehr auf ALG I haben.

Der allgemeine Prozess für Weiterbildung und Vermittlung ist ähnlich und umfasst Beratungsgespräche, potenzielle Eignungsfeststellungen und die Bewertung der Fördermöglichkeiten.

Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied im Entscheidungsprozess:

Wenn du einen Bildungsgutschein über das Jobcenter beantragst, muss der Antrag oft noch einmal von der Agentur für Arbeit geprüft werden – ein „Vier-Augen-Prinzip“. Dies kann etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, ist aber ein wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung innerhalb des Fördersystems.

6. Warum Cybersicherheit viel zugänglicher ist, als viele denken

Wenn Menschen einen Wechsel in die IT in Betracht ziehen, denken sie oft zuerst an Bereiche wie Webentwicklung oder UX/UI-Design. Was viele nicht wissen: Cybersicherheit ist nicht nur genauso zugänglich – sie ist tatsächlich breiter aufgestellt und langfristig stabiler.

Während Bereiche wie Webentwicklung oder Grafikdesign zunehmend automatisiert oder sogar durch KI ersetzt werden, ist das Gegenteil für Cybersicherheit der Fall:

KI unterstützt Cybersicherheit, ersetzt sie aber keinesfalls.

Warum?

Es ist einfach: Cybersicherheit beruht stark auf Verantwortung, kontextuellem Verständnis und strategischem Denken. KI kann dabei helfen, Muster zu erkennen, Warnmeldungen zu filtern oder technische Analysen zu beschleunigen. Aber:

  • Wer entscheidet, ob eine Warnmeldung echt ist?
  • Wer priorisiert Risiken im Geschäftskontext?
  • Wer kommuniziert mit der Geschäftsleitung, Behörden oder Partnern?
  • Wer trifft letztlich die Entscheidungen?

All dies erfordert menschliches Urteilsvermögen, Ethik und Verantwortlichkeit – Dinge, die keine KI vollständig nachbilden kann.

Cybersicherheit ist auch weitaus vielfältiger, als viele annehmen. Es geht nicht nur um „Hacker-Jobs“ – das Feld umfasst viele Rollen mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Technisch (e.g., SOC analysts)
  • Strukturell (e.g., GRC managers)
  • Kommunikativ (e.g., awareness & training roles)
  • Organisatorisch (e.g., ISMS support positions)

Das bedeutet: Wenn du gerne analytisch denkst, strukturiert arbeitest oder ein gutes Gespür für Risiken und Prozesse hast, kannst du mit Sicherheit deine Rolle in der Cybersicherheit finden – auch ohne Programmierkenntnisse.

Gerade für Quereinsteigende, die einen Beruf mit langfristiger Nachfrage suchen, ist das ein großer Vorteil. Während viele andere IT-Rollen sich schnell entwickeln oder sogar schrumpfen, wächst die Cybersicherheit weiterhin stetig, praxisnah und mit einem starken menschlichen Fokus.

7. Mein persönliches Fazit

Für mich ist Cybersicherheit mehr als nur ein Berufsfeld. Es ist eine echte Chance für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Während meiner Zeit bei der Bundesagentur für Arbeit habe ich aus erster Hand erfahren, wie schwer es vielen fällt, den nächsten Schritt zu wagen. Nicht weil es ihnen an Potenzial mangelt, sondern weil ihnen oft die Orientierung, Unterstützung oder einfach ein realistisches Ziel fehlt.

Das ist genau der Grund, warum mir dieses Thema so wichtig ist:

Weil ich weiß, dass ein Neuanfang möglich ist, selbst wenn man denkt, man sei „zu alt“, „nicht technisch genug“ oder „aus dem falschen Bereich“.

Cybersicherheit ist kein exklusiver Club für IT-Genies. Es ist ein breites, wachsendes Feld, das vielfältige Fähigkeiten erfordert und Raum für Menschen bietet, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln.

Bei Cybersteps bieten wir einen klaren, gut unterstützten Weg in dieses Feld. Wir machen keine leeren Versprechungen. Wir schaffen echte, schrittweise Perspektiven, unterstützt von einem starken Team, aktuellen Inhalten und ehrlicher Unterstützung.

Ich hoffe, dass mehr Menschen, ob arbeitslos oder beruflich festgefahren, den Mut finden, Cybersicherheit als echte Option zu sehen. Und dass Fachleute innerhalb des Systems erkennen, wie lohnenswert es ist, diese Tür zu öffnen.

Denn es geht hier nicht nur um Arbeitsplätze. Es geht um Sicherheit – beruflich und gesellschaftlich.

Bereit für eine Karriere in der Cybersicherheit?

Nimm an unserer nächsten Kohorte teil