Triff das Team: Ein Gespräch mit Aviram Rispler, CEO von Cybersteps
Lern Aviram Rispler, den CEO von Cybersteps, kennen und erfahre, warum er sich entschieden hat, Cybersteps zu gründen und was das Programm besonders macht.

1. Aviram, du bist seit über einem Jahrzehnt in der Cybersicherheit tätig. Kannst du uns etwas über deinen Weg in die Cybersicherheit erzählen?
Ich begann mit 18 Jahren beim Militär, in einem sechsmonatigen Intensivprogramm, das meine Denkweise verändert hat. Wir lernten Python, Netzwerke, Betriebssysteme und andere zentrale Themen der Cybersicherheit. Noch wichtiger ist, dass wir gelernt haben, Probleme zu zerlegen, Ideen schnell zu testen und unter Druck ruhig zu bleiben. Diese Denkweise hat mich in meine späteren Rollen als Cybersicherheitsanalyst begleitet und bildet bis heute die Grundlage meiner Arbeit.
Nach drei Jahren wurde ich als Ausbilder zurückberufen. Ich konzentrierte mich auf die analytische Seite der Cybersicherheit: die Arbeit mit Big Data, den Aufbau von Sicherheitssystemen und Alarmen für Cloud-Umgebungen und vor allem darauf, wie ein Angreifer zu denken, um ihn besser aufhalten zu können.
2. Was hat dich dazu inspiriert, Cybersteps zu gründen?
Nach dem Militär unterrichteten mein Mitbegründer Roman und ich in mehreren Programmen und erkannten eine Lücke. Universitäten konzentrieren sich tendenziell auf Programmierung und Informatiktheorie, während viele Bootcamps zu kurz und oberflächlich sind, um eine echte Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Militärische Ausbildung ist umfassend, strukturiert und praxisorientiert, weshalb sie oft Talente in die Industrie bringt.
Wir haben Cybersteps aufgebaut, um diese Erfahrung Quereinsteigenden zugänglich zu machen. Unser Ziel ist es, Menschen mit der Leidenschaft für diesen Bereich einen klaren, strukturierten Weg zu bieten, der tatsächlich zu Fähigkeiten und Selbstvertrauen führt.
3. Welches Problem löst Cybersteps für Quereinsteigende in Deutschland?
Deutschland ist ein großer Markt mit einem wachsenden Bedarf an qualifizierten Talenten, auch im Bereich der Cybersicherheit. Doch sind die Ausbildungspfade oft veraltet, zu theoretisch oder mangelhaft in der praktischen Anwendung. Personalverantwortliche sagen uns, dass sie Leute brauchen, die vom ersten Tag an einsatzfähig sind.
Cybersteps schließt diese Lücke mit Schulungen, die auf die Bedürfnisse der Arbeitgebenden und die Realitäten der erwachsenen Lernenden zugeschnitten sind. Wir haben das Programm zudem AZAV-zertifiziert, damit berechtigte Lernende einen Bildungsgutschein nutzen und kostenlos studieren können. Das reduziert das Risiko für die Teilnehmenden und ist sinnvoll für Deutschland, da erfolgreiche Absolvierende die Investition innerhalb von ein bis zwei Jahren wettmachen können.
4. Warum ist Cybersicherheit gerade jetzt eine großartige Berufsoption?
KI verändert die Technologiebranche. Einige Junior-Rollen in den Bereichen Software, Daten und Design werden automatisiert. Cybersicherheit sticht hervor, weil sie eigenständiges Denken, Kontextwechsel und Zusammenarbeit über Systeme und Teams hinweg erfordert. Das macht sie widerstandsfähiger als viele andere Technologiebereiche.
In Deutschland steigt der Bedarf aufgrund der rapiden Digitalisierung und des verstärkten Fokus auf nationale Sicherheit. Unternehmen investieren in Verteidigung und Resilienz, und Cybersicherheit ist dabei von zentraler Bedeutung.
5. Welche Arten von Menschen sind in diesem Bereich erfolgreich?
Ich habe gesehen, wie verschiedene Menschentypen in der Cybersicherheit erfolgreich waren, aber einige gemeinsame Merkmale waren: neugierige Menschen, die gerne herausfinden, wie Dinge funktionieren, und Problemlöser, die bereit sind zu testen, zu scheitern und es erneut zu versuchen.
6. Sind Vorkenntnisse in der IT erforderlich, um erfolgreich zu sein?
Nein. Jeder beginnt quasi bei Null. Wir starten mit Grundlagen wie Netzwerken, Programmierung und Sicherheitsbasics und gehen dann zu Spezialisierungen über. Was am meisten hilft, ist Engagement, stetiges Üben und Zeitmanagement. Grundlegende Vertrautheit mit Computern, Lesefertigkeit in Englisch und Deutsch sowie die Bereitschaft, Fragen zu stellen, beschleunigen den Fortschritt.
7. Was macht das Cybersteps-Trainingsprogramm einzigartig?
Zwei Aspekte aus dem Militär prägen uns. Erstens, der Kompetenzaufbau: Lernende entwickeln die Überzeugung, dass sie schwierige Probleme bewältigen und dranbleiben können. Zweitens, die Individualisierung: Wir messen alle Teilnehmenden an ihrem eigenen Potenzial, nicht an dem eines anderen. Wir erkennen, wer mehr Unterstützung oder eine geringere Belastung benötigt und wer weiter gefördert werden kann, und passen dann Coaching und Arbeitsaufwand entsprechend an.
8. Manche Leute fühlen sich zu alt oder nicht technisch genug. Was sagst du dazu?
Cybersicherheit ist kein einzelner Beruf. Es ist ein weites Feld mit Rollen, die von hochtechnisch bis prozess- und risikoorientiert reichen. Die meisten Menschen können einen Weg finden, der ihren Stärken entspricht, egal ob sie praktische Systemarbeit oder Analyse und Koordination bevorzugen.
9. Was steht als Nächstes für Cybersteps an? Gibt es bevorstehende Funktionen oder Erweiterungen?
Im Jahr 2026 erweitern wir auch weiterhin unsere KI-Tools und KI-Kursinhalte. Wir nutzen KI auch, um den Lernfortschritt zu überwachen und Echtzeit-Unterstützung zu bieten. Frühe Ergebnisse sind vielversprechend, und wir skalieren, was funktioniert.
10. Wie siehst du die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Cybersicherheit in den nächsten fünf Jahren?
Die Aussichten sind gut, besonders in Deutschland. KI automatisiert zwar einige Aufgaben, erhöht aber auch das Volumen und die Geschwindigkeit von Bedrohungen, was mehr Arbeit für Sicherheitsteams schafft. Öffentliche und private Investitionen in Sicherheit steigen, und Cybersicherheit bleibt eine Priorität.
11. Wenn jemand heute ein Gefühl für Cybersicherheit bekommen möchte, was kann er oder sie tun, um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen?
Probieren Sie unsere neue KI-Cybersicherheits-Challenge aus. Sie erfordert kein Vorwissen und ist ein praktischer Einstieg. Du kannst auch anfängerfreundliche Plattformen wie TryHackMe und Hack The Box erkunden. Setze dir ein einfaches Ziel, z. B. diese Woche ein Anfänger-Lab abzuschließen, und denke darüber nach, was du gelernt hast, um es mit anderen Dingen in Beziehung setzen zu können.
Bereit für eine Karriere in der Cybersicherheit?




